2008 Namibia

Anmerkung: Dieser Namibia Reisebericht wurde von mir wieder hergestellt nachdem er verloren gegangen war. Die Fotos mussten in Ihrer Größe bearbeitet werden und sind daher teilweise qualitativ nicht up-to-date. Es handelte sich dabei um eine Fotoreise die ich (Peter) ohne den Rest der Familie erlebte.


Bevor ich mit der eigentlichen Reisebeschreibung beginne möchte ich Euch diesmal erst die Reiseteilnehmer kurz zeigen. Was eignet sich dazu besser als ein Gruppenfoto:

Gruppenfoto in der Etosha-Pfanne
vlnr. Karo, Jana, Annett, Geli, Wili
Liegend: Christine und Charly
Kniend: ich

Als ich mich dazu entschied mit nach Namibia zu reisen, wusste ich noch nicht wirklich was mich dort erwarten würde. Gut, dass es dort viele Fotomotive geben würde wusste ich. Aber wie sieht es mit der Infrastruktur aus? Würde mein nervöser Magen das Essen dort verkraften? Würde mein opulenter Körper den widrigen Bedingungen der Namib Stand halten können?
Naja, kurz und knapp – hat schon alles geklappt.

Was so alles passiert ist, und was nicht, könnt Ihr jetzt gemütlich in diesem Reisebericht lesen.
Viel Spaß dabei!

Tag 1 / Tag 2 – Namibia- die Anreise

Unser Anreisetag verlief ziemlich unspektakulär. Ich stieg kurz vor 16.00 Uhr in den Zug ein in dem eigentlich auch Christine sitzen sollte. Nachdem ich die für mich zugänglichen Waggons durchgesehen habe folgte ein kurzes Handygespräch mit Ihr. Das ergab, dass sie in einem Waggon saß, dass von meinem durch einen Triebwagen getrennt war. Somit wartete ich bis der Zug in Bamberg eine längere Pause einlegte und fand dann zu Christine. Zusammen trafen wir dann in Würzburg auf Charly.
Von dort aus ging es dann im Stehen im ICE weiter bis zum Frankfurter Flughafen. Leider hatten wir mitsamt unserem Gepäck keinen Sitzplatz gefunden. Somit konnten wir jedoch die Zugtoiletten akribisch beobachten.

Bahnanzeige in Würzburg

Kaum in Frankfurt angekommen machten wir uns auf den Weg zum Check-In-Schalter. Dort sollten wir unsere anderen Reiseteilnehmer treffen. Wir waren jedoch die ersten und mussten noch etwas warten. Nachdem zuerst Karo, dann Geli und Willi eintrafen, gesellte sich auch noch Jana zu uns.

Da wir leider ziemlich die letzten beim Check-In waren, bekamen wir nicht alle zusammenhängende Plätze im Flugzeug. War aber nicht so schlimm. Vor dem Sicherheitscheck machten wir noch eine kurze Pause bei Starbucks. Dort schmiss ich mir auch eine Reisetablette ein. Irgendwie scheint das Ding wirklich gut funktioniert zu haben. Den kaum saßen wir im Flieger, schlief ich auch schon ein. Den Start habe ich somit nicht wirklich mitbekommen. Auch nicht das Abendessen. Zum Frühstück an Bord wurde ich wieder rechtzeitig wach. Es gab ein Ciabatta mit Hähnchenbrust. Etwas trocken aber ganz schmackhaft.

Was ich währen des Fluges mitbekommen hatte, war, dass der Kapitän jede Ansage mit den Worten „Hello Mr. President… begann. Er machte usn klar, dass der Präsident von Namibia mit seiner „First Lady“ an Bord sei. Auch wenn ich es zuerst nicht glauben mochte. Nach der Landung in Windhoek war ich recht schnell anderer Meinung.

Man leitete uns sehr schnell vom Flugzeug weg und jedes Foto das man machte war schon eines zu viel. Ein ganzer Konvoi von Staatslimousinen stand bereit und fuhr, nachdem wir in der Abfertigungshalle standen, schnell über das Rollfeld um den Flughafen zu verlassen. Im Nachhinein bin ich mir nicht ganz sicher ob ich es als gut oder schlecht betrachten soll mit dem Staatsoberhaupt Namibias geflogen zu sein. Naja, ist ja nichts passiert.

Flugzeug auf dem Flugplatz Windhoek
Unser Flugzeug auf dem Flugplatz Windhoek

Nach den äußerst kurzen Einreiseformalitäten und der Koffersuche gingen wir erstmal zur Autovermietung um unsere Mietwagen in Empfang zu nehmen. Ich erhielt einen Nissan Hardbody 4×4 und Christine einen Toyota Hilux 4×4. Während mein Wagen gerade mal 17.000km auf dem Tacho hatte lief Christines bereits 70.000km. Bis auf einen kleinen Zwischenfall über den Ihr später noch lesen werdet, liesen uns die Wagen aber niemals im Stich.

Nissan Hardbody
Mein Nissan Hardbody

Ok, die ersten paar Kilometer mit einem Rechtslenker waren schon etwas ungewohnt. Vorallem das mit dem Blinken und Scheibenwischen bereitete mir etwas Kummer. Aber nach ein bisschen Übung gings dann wie von allein. Also fuhren wir erstmal die ca. 50km vom Flughafen nach Windhoek zu unserem Hotel „Thüringer Hof“. Leider habe ich von Außen gar keine Fotos gemacht. Aber zumindest die Zimmer könnt Ihr Euch ansehen.

Hotelzimmer im Thüringer Hof Windhoek Badezimmer im Thüringer Hof Windhoek

Nachdem wir also erstmal alle unser Revier abgesteckt hatten, begaben wir uns schon mal auf Entdeckungstour durch Windhoek. Wir hörten schon im Vorfeld, dass diese Stadt nicht wirklich sehenswert ist und entsprechend niedrig waren auch unsere Erwartungen. Ein paar Eindrücke möchte ich Euch dennoch nicht vorenthalten.

Kirche in Windhoek Namibia

Wandmalerei in Windhoek
Ist das Udo Lindenberg?
In einem Park in Windhoek
Farbenprächtiges Schauspiel

Gecko in Windhoek Namibia Lustige Jungen in Windhoek Namibia Denkmal in Windhoek

Nachdem wir uns schon mit den ersten Kleinigkeiten eingedeckt hatten, machten wir uns zurück auf den Weg ins Hotel. In dem dort angeschlossenen Restaurant nahmen wir dann auch noch unser Abendessen ein.

Abendessen im Thüringer Hof Windhoek
erstes Abendessen in Namibia

Das reichte dann für den ersten Tag und es ging wieder zurück auf die Zimmer.

Hier folgte dann unser allabendliches Ritual in Namibia: Kameras putzen und Daten sichern.
Danach folgten wir dem Lockruf des Kopfkissens.

 

Tag 3 – Namibia – Keetmanshoop, Geparden und Köcherbäume

Nachdem wir den gestrigen Tag ja ziemlich locker ausklingen ließen, klingelte heute schon um 5.45Uhr der Wecker. Naja, mein Wecker. Irgendwie schaffte es Charly während der gesamten Reise immer schon vor dem Klingeln wach zu sein. Nach unserer Morgentoilette packten wir schon mal unser Gepäck zusammen. Gegen 7.00 Uhr trafen wir uns alle im Frühstücksraum und genossen erstmal unseren Toast, die Eier oder das Müsli. Eine Stunde später brachen wir Richtung Supermarkt auf. Wir deckten uns dort mit genügend Wasser etc. ein.

Also die Supermärkte in Windhoek bieten schon so einiges was man auch in Deutschland findet. Gut, es ist ein bisschen anders aufgebaut, aber vermissen wird man hier nicht wirklich etwas. An den Kassen kann es schon mal etwas länger dauern. Je nachdem wie die Kassierer drauf sind. Aber hey, wir sind doch im Urlaub, oder?

Nachdem alles sicher in unseren Vehikeln verstaut war, warfen wir die Walkie-Talkies an und fuhren auf der B1 Richtung Keetmanshoop, unserem heutigen Tagesziel.

Wir hielten auf unserem Weg an jeder Tankstelle um  zu prüfen wir  unser Benzin- und vor allem Blasenstand war. Es ist sicher nicht überraschend, dass die Blasen öfter entleert werden mussten als die Tanks nachgefüllt. Und das trotz der hohen „Verdampfungstemperaturen“. Wirklich getankt haben wir in Mariental.

Am Nachmittag trafen wir beim „Quivertree Forest Rest Camp“ ein. Der Eingang zum Köcherbaumwald. Da wir aber noch genügend Zeit bis zum fotogenen Sonnenuntergang hatten ruhten wir uns erstmal ein bisschen aus. Um 17.00 Uhr schauten wir uns die Gepardenfütterung an. Erst dachten wir, dass wir uns das Ganze eben durch die Gitter der Absperrung ansehen würden – ruckzuck standen wir aber plötzlich dem Geparden im Gehege gegenüber. So ungefähr maximal 2 Meter. Nachdem wir den ersten Geparden oft genug „abgeschossen“ hatten, wechselten wir in ein zweites Gehege und durften dort noch zwei weitere „Cheetahs“ bei ihrer Fütterung zusehen.

Quivertree Forest Rest Camp Warzenschweine

Gepard beim Essen
ungefähr zwei Meter Abstand

Gepard Gepard

Fotografengruppe mit Gepard
hier sieht man gut wie nah die Fotografen am Geparden waren

Erdmännchen

Ganz ehrlich – während der Fütterung habe ich mir keinerlei Gedanken gemacht. Aber so im Nachhinein muss ich doch zugeben, dass es irgendwie bescheuert ist, mit einem (trotz der Aufzucht in dieser Lodge) wilden Tier in ein Gehege zu steigen. Und wenn man das Knirschen der Zähne und das Knacken der Knochen im Fleisch gehört hat, weiß man was ich meine.

Das Rest Camp an sich ist eher unspektakulär. Einige kuppelförmige Unterkünfte, ein Pool, ein Trampolin und zwei Warzenschweine. Aber da man hier sowieso sein Permit für den Köcherbaumwald und für den „Giants Playground“ abholen muss, nutzen wir dei Zeit dort so gut es ging.

Rechtzeitig zum Sonnenuntergang standen wir dann mitten im Köcherbaumwald. Die größte Ansammlung dieser Bäume in ganz Namibia. Ja, die sind wirklich hübsch anzuschauen.

Sonnenuntergang im Köcherbaumwald
Sonnenuntergang im Köcherbaumwald

Sonnenuntergang im Köcherbaumwald Sonnenuntergang im Köcherbaumwald

Als es dann dunkel war fuhren wir weiter nach Keetmanshoop. Ähh, hatte ich schon erwähnt, dass wir hier zum erstem mal auf Schotterpisten trafen? Also das kann man wirklich nicht mit Deutschland vergleichen. Wenn es in Namibia dunkel ist, ist es dunkel. Da sind die kleinen Birnchen im Auto (das was die Hersteller Scheinwerfer nennen) wirklich nur eine kleine Orientierungshilfe. Zumal, wenn man zweiter in der Fahrzeugreihe ist und irgendwie ständig noch mit einer Staubwolke zu kämpfen hat. Wir haben aber trotz allem den Weg zu unserem Hotel gefunden. Es war übrigens das „Canyon Hotel“, welches ich mal wieder nicht von Außen fotografiert hatte. Aber die Zimmer könnt Ihr Euch ansehen.

Badezimmer im Canyon Hotel Keetmanshoop

Schlafzimmer im Canyon Hotel Keetmanshoop
Das großzügige Schlafzimmer im Canyon Hotel

Bis auf meiner einer gingen alle zum Abendessen. Ich duschte stattdessen und putzte anschließend meine Kamera.

 

Tag 4 – Namibia – Giants Playgroung und Aus

5.00 Uhr – Weckerklingeln. Schrecklich. Aber was solls, wir sind ja nicht zum Vergnügen hier. Diesmal nur mit Fotogepäck geht es wieder zurück am „Quivertree Forest Rest Camp“ vorbei zum „Giants Playground“. Einer bizarren Felslandschaft, die so aussieht als hätte jemand die ganzen Brocken per Hand so platziert. Es hat über Nacht ziemlich abgekühlt, so dass wir froh sind unsere Jacken dabei zu haben. Auch Charly, dem wir erst gut zureden mussten. Er ist ja an sich ein recht heißblütiger Typ.
Wir gingen dort den ausgeschilderten Rundweg entlang und fotografierten Steine, Steine, Steine und ab und zu mal einen Baum. Das hört sich jetzt vielleicht langweilig an – ist es aber nicht!

Giants Playground Namibia bei Sonnenaufgang Giants Playground Namibia Giants Playground Namibia Giants Playground Namibia

So gegen 9.00 Uhr – als das Fotolicht vorbei war – fuhren wir zurück zum Hotel. Wir bekamen noch unser included Frühstück und packten danach unsere sieben Sachen zusammen. Alles wieder rein ins Auto.
Eigentlich war es Zeit zum Tanken, also ab zur Tankstelle. Christine bekam ihr Diesel – und ich – ich schaute dumm aus der Wäsche als es hieß „no unleaded“. Naja, da vorne an der Kreuzung war ja auch noch eine Tanke. Aber auch hier, „no unleaded“! Öh, ja, ok, dann lassen wir es eben darauf ankommen.
Also es hat schon seinen Sinn wenn überall geschrieben wird, dass man unbedingt an jeder sich darbietenden Tankstelle halten und tanken solle. Ums vorweg zu nehmen: das war das einzige mal, dass ich keinen Sprit bekam. Und da ich noch ein paar Schlückchen ROZ95 im Tank hatte schaffte ich auch noch die nächsten 100km bis zu einer Dorftankstelle. Die lag irgendwo im Nirgendwo und hatte alles was das Herz begehrte. Wir fuhren und fuhren und hörten im Radio „Oma Käthes Spartipps“. Einer davon hat sich in mein Hirn gebrannt wie ein Brenneisen in einen Kuhhintern. „Wenn Sie eine Bügelmaschine und kleine Kinder haben, legen Sie mehrere Wäschestücke zum Bügeln nebeneinander. Damit sparen Sie Zeit und Geld!“ – Prima! Achja, Frau Meier aus Windhoek hat noch einige Einmachgläser übrig.

weitläufige Straße in Namibia Tankstelle in Namibia

So gegen 15.00 Uhr kamen wir in „Klein Aus Vista“ an. Unsere Unterkunft für die nächsten zwei Nächte. Dort quartierten wir uns in kleinen Hüttchen ein. Sehr angenehm.

Haus in Klein Aus Vista
unser Haus in Klein Aus Vista
Schlafzimmer in Klein Aus Vista
eine wirklich nette Unterkunft

Wohnraum in Klein Aus Vista Badezimmer in Klein Aus Vista

Klein Aus Vista
Da oben war der Speisesaal

Da wir eine Fahrt zu den dort lebenden Wildpferden gebucht hatten, trafen wir uns um 17.00 Uhr wieder und stiegen in einen lustigen Geländewagen mit 12 Sitzen ein. Nach und nach tasteten wir uns damit an die Pferde heran. Okay, jetzt mag der ein oder andere sagen: „Pferde, ach wie toll“, aber es handelt sich dabei wirklich um wild lebende Pferde. Sie haben sich den Witterungen der Namib angepasst und überleben dort schon Jahrzehnte. Anfangs dachte man es wären Pferde der deutschen Armee gewesen, inzwischen behauptet man aber es wären Pferde der südafrikanischen Armee. Tagebücher etc. würden dies beweisen. Um 19.00 Uhr trafen wir uns wieder am Auto und wurden dort von Amos (unserem Fahrer) mit einem Sundowner erwartet. Zusammen genossen wir den Sonnenuntergang bevor wir uns auf die Rückfahrt begaben. Da es inzwischen wieder stockdunkel war, wurde es auch bitterkalt auf dem offenen Gefährt.

unendliche Weite in Namibia Wildpferde bei Aus in Namibia Wildpferde bei Aus in Namibia

Geländewagen
Unser offener Geländewagen
Sundowner bei den Wildpferden
Unser Sundowner bei den Wildpferden

Zurück in Klein Aus Vista gingen wir direkt zum Abendessen. Es gab ein Drei-Gänge-Menü mit Seafood-Cocktail, Buffet und einer Quarkspeise. Bei Buffet probierte ich zum ersten mal in meinem Leben Oryx-Antilopen-Fleisch. Ehrlich gesagt, es war lecker. Würzig und zart. Wohl genährt schlenderten wir zurück zu unseren Hütten. Am Himmel war die Milchstraße zu sehen. Für mich eine völlig neue Erfahrung.

Dessert in Klein Aus Vista

Was dann kam wurde zur Routine: duschen – Kameras putzen.

 

Tag 5 – Namibia – Lüderitz und Kolmannskuppe

Das Personal in Klein Aus Vista bereitete uns um 7.00 Uhr ein herrliches Frühstück zu. Der sehr angenehme „Speisesaal“ tat sein Übriges dazu, dass wir ca. 1 Stunde später gut gestärkt den Weg nach Lüderitz antreten konnten. Unterwegs sahen wir Strauße und auch Oryx-Antilopen. Gedanken an das Abendessen konnte ich mir dabei leider nicht verkneifen. Je näher wir der Hafenstadt Lüderitz kamen, desto frischer wurde es. Aber niemals kalt. Nach dem Abstellen der Wagen führte uns unser erster Weg zu einem Shop in dem wir eine Genehmigung für „Kolmannskuppe“ holten. Dort wollten wir später noch hin.
Danach machten wir einen Streifzug durch das recht bunte Örtchen mit nur ca. 20.000 Einwohnern. Wir sahen uns die Felsenkirche, das Goerke-Haus und noch so manch andere Dinge an.
Zuerst hatten wir ja Angst die Kinder wegen Fotos anzusprechen, aber irgendwie wollten die selbst alle fotografiert werden. Bevor wir weiterfuhren machten wir noch eine kurze Pause in einem Coffeshop .Dort gab´s dann auch Schwarzwälderkirschtorte. Typisch namibisch. Ich schrieb noch eine Postkarte für meine Mädels zuhause und warf sie bei der Post ein.

Bunte Häuser in Lüderitz Bunte Häuser in Lüderitz Felsenkirche Lüderitz

Das Goerke Haus in Lüderitz
Das Goerke Haus

Katze in Lüderitz nettes Mädchen in Lüderitz Schwarzwälderkirschtorte

Danach machten wir uns auf den Weg in das ca. 10km entfernte Kolmannskuppe. Inzwischen eine Geisterstadt, war dieser Ort um 1910 vielleicht der wohlhabendste Ort der Welt. Man darf den Ort nur mit dem in Lüderitz erworbenen Permit betreten. Nebenan gibt es noch eine Einfahrt zu den Diamantminen.
Wir sahen uns zuerst das Museum und die noch sehr gut erhaltene Kegelbahn an ,bevor wir uns in alle Richtungen zum fotografieren verstreuten. Ich begann im „Architektenhaus“ und tastete mich langsam voran bis zum „Minenbesitzerhaus“. Dieses erstahlt in sehr gutem Zustand, da es renoviert wurde. Christine legte dort eine „Bräunungspause“ ein.

Eingang zur Diamantenmine Kolmannskuppe
Der Eingang zur Diamantenmine

Eingang Kolmannskuppe

im Museum Kolmannskuppe
Im Museum wurden die Räume rekonstruiert
Kegelbahn in Kolmannskuppe
Die gut erhaltene Kegelbahn
Szene mit Badewanne in Kolmannskuppe
Bad gefällig?

Szene in Kolmannskuppe Szene in Kolmannskuppe Szene in Kolmannskuppe Szene in Kolmannskuppe Das Architektenhaus in Kolmannskuppe Szene in Kolmannskuppe Szene in Kolmannskuppe

Gegen 19.00 Uhr machten wir uns auf den Weg zurück durch die Nacht. Sagte ich schon, dass es in Namibia wirklich dunkel ist, wenn es dunkel ist? Also mir kam es so vor, als fuhr ich durch einen dichten Wald. Zur Primetime um 20.15 Uhr trafen wir in Klein Aus Vista wieder ein. Das Abendessen ließ ich erneut ausfallen und gab mich dem allabendlichen Ritual hin. Duschen und Kameras putzen.

 

Tag 6 – Namibia – Als die Wüste kam

Geländewagen bei Klein Aus Vista

Auch diesen Tag starteten wir wieder mit einem ausgiebigen, sehr guten, Frühstück bevor die Packesel beladen wurden. So gegen 8.00 Uhr fuhren wir los und tankten in Aus die Wagen voll. Dann ging es weiter durch das Tirasgebirge auf sehr holprigen Strecken vorbei an Webervögelnester, Straußen und diversen Antilopenarten. Kurz ein paar Wörtchen zu den Straßen. Dieses ewige Gehoppel und der Staub machte mich echt kirre. Meine Oberarmmuskeln legten einige Zentimeter zu und meine Lunge dürfte auf dem Röntgenbild der eines Kettenrauchers gleichen. Aber was solls – Spaß gmacht hat´s trotzdem. Und ein gutes hatte der Staub auch. Wo die Wolke war konnte Christine nicht weit sein. Das brachte ihr dann auch noch den Spitznamen „Christine – die Wolke“ ein.

Schotterpiste in Namibia Webervogelnest

Kurz nach der fast verpassten Abfahrt zur C19 legte sich urplötzlich der Staub vor mir und Christines Wagen stand irgendwie leicht schief vor uns. Ein kurzer fachmännischer Blick reichte und wir erkannten sofort, dass dem Reifen wohl erheblich an Luft fehlte. Kein Wunder, die komplette Seitenwand war nicht mehr vorhanden.

geplatzter Reifen
da fehlt wohl Luft

Nachdem wir gefühlte 30 Minuten damit verbrachten herauszufinden wo denn der Wagenheber anzusetzen sei, verlief der Reifenwechsel eigentlich recht schnell. So im Nachhinein würde ich sagen jeder Mensch sollte einmal im Leben in sengender Hitze einen Reifen gewechselt haben. Wir verloren zum Glück nicht allzu viel Zeit, so dass wir noch rechtzeitig zu unserem Termin an der Sossusvlei Lodge ankamen. Dort fiel uns allerdings auf, dass inzwischen mein linker Hinterreifen auch schon etwas schwachbrüstig aussah.
Für die nähere Betrachtung fehlte uns aber die Zeit, da wir um 15.00 Uhr einen Rundflug über das Sossusvlei gebucht hatten. Wir wurden durch den Piloten an der Lodge abgeholt und  zum 2 Minuten entfernten Flugplatz gefahren.

Sossusvlei Lodge

Nachdem wir uns in zwei Cessnas gequetscht hatten hoben wir ab. Der Flug war aufgrund der Thermik über der Wüste etwas unangenehm. Fotografieren war eigentlich nicht wirklich möglich. Dennoch machten wir daraus das Beste und genossen die Aussicht. Während mein Pilot wohl eher der schweigsamen Gattung angehörte war der andere seinen Gästen gegenüber sehr redsam. Naja, so reimten wir uns eben zusammen was die Düne 45 oder Dead Vlei sein könnten. Im Nachhinein stellte sich raus, dass wir sehr gut geraten hatten.

Blick auf das Sossusvlei

Luftaufnahme vom Dead Vlei
Hier kann man das Dead Vlei gut erkennen

Zurück am Boden der Tatsachen, waren wir genauso schnell wieder an unseren Autos. Geli, Willi und Jana machten noch eine kleine Pause in der Sossusvlei Lodge während wir anderen mit den Autos 500m weiter nach Sessriem fuhren um die dortige Werkstatt aufzusuchen.

Was dort so geschah kann man eigentlich gar nicht in Worte fassen. Ein Mechaniker sah Christines geplatzten Reifen und meinte nur „uuups“. Trotzdem konnte er mit einem alten, benutzten Reifen der selben Größe aushelfen. Er montierte diesen auf der alten Felge. Alles per Handarbeit. Als er meinen Reifen sah, meinte er „it´s licking“. Ein bisschen Wasser auf der Lauffläche bestätigte dies durch Blasenwurf. Erst verarschte mich der Mechaniker in dem er sagte, das könne er nicht mehr am selben Tag reparieren, dann meinte er aber er benötige dafür nur 5-6 Minuten ab dem Moment wo ich ihm mein Werkzeug gebe. Ok, es wurde ca. 1 Stunde – aber geschafft hat er es.
Achja, es steckte eine Schraube im Reifen. Das Loch wurde wie ein Fahrradplatten geflickt und hielt bis zum Ende der Reise wunderbar.

Werkstatt in Sesriem

Handysucht in Namibia
Auch damals war das Handy schon wichtig

Tja, inzwischen wurde es auch schon wieder dunkel und wir machten uns auf die Weiterfahrt. Unterwegs lichteten wir noch einen wunderschönen Sonnenuntergang ab.

Geländewagen im Sonnenuntergang in der Namib Sonnenuntergang in der Namib vor Baum mit Webervogelnest

In Solitair angekommen machten wir wieder einmal einen Tankstopp. Solitair, in der Karte als Ort ausgewiesen, besteht mehr oder weniger nur aus einer Tankstelle und zwei kleinen Häuschen. Es soll in der Tankstelle aber den besten Apfelkuchen ganz Namibias geben. Weitere 14km südlich von Solitair erreichten wir unsere Unterkunft für die nächsten zwei Nächte – Ababis Gästefarm. Wir wurden bereits durch Familie Schulze Neuhoff erwartet und auf unsere Zimmer verteilt. Nach kurzem Auspacken trafen wir uns alle auf der Veranda zum Abendessen mit Familienanschluss. Eine sehr entspannte Atmosphäre. Da wir den ganzen Tag auf staubigen Straßen unterwegs waren fiel das Putzen an diesem Abend etwas länger aus.

 

Tag 7 – Namibia – Tag der deutschen Einheit, oder „Hilfe ich stecke fest“

Was sollte man sonst an einem Feiertag machen als früh um 4.15 Uhr aufzustehen. Ausschlafen? Moment mal, ich erwähnte doch schon, dass wir hier nicht zum Spaß sind.
So ging es eben schon kurz darauf mit den gepackten Lunchpaketen zurück auf die Huckelpiste erneut in Richtung Sossusvlei. Pünktlich um 6.30 Uhr standen wir vor dem Eingangstor zu dem Vlei und konnten es kaum erwarten, dass es geöffnet werden würde. Es standen übrigens ein paar andere Urlauber an der Seite und wechselten ihre Reifen. Die Armen.

Tor zum Sossusvlei

Das Tor öffnete und die ganze Karavane der Autos hielt erneut vor dem Office für die Permits. Christine war zwar schnell dran und freute sich auch darüber, allerdings hatte sie nicht die Rechnung mit unseren Blasen gemacht. Somit dauerte es erst noch mal 10 Minuten bis wir alle, um einige Liter leichter, wieder starten konnten. Erstaunlicher weise sind die 63km nach dem Tor geteert. Wir wollten bei bestem Fotolicht am Dead Vlei ankommen und vereinbarten daher auf dem Weg bis dort hin nirgends anzuhalten. Kein Springbock, keine Oryx-Antilope – nicht mal ein Elefant auf der Straße hätte uns anhalten können. Nur ein offizielles Auto der Parkverwaltung, das etwas langsam fuhr, bremste uns aus.
Der letzte Kilometer auf dem Weg zum Dead Vlei darf nur mit 4-Rad-Antrieb gefahren werden. Glücklicherweise verfügten unsere Autos ja darüber. Lediglich die Erfahrung damit fehlte uns. Aber was solls, 4×4 rein und ab ging es.

Sandpiste zum Dead Vlei
Hier kann man den 4×4 gut gebrauchen

Irgendwie quälten wir uns bis zum Parkplatz und machten uns umgehend nach dem Abstellen der Autos auf den Fußmarsch. 1,1km durch Sand sind zwar nicht wirklich weit, aber auch nicht ganz unanstrengend.

Sossusvlei

Blick auf das Dead Vlei
auf den ersten Blick gar nicht so spektakulär – aber dann…

Hinter einer Düne bot sich uns dann endlich der Anblick des Dead Vlei an. Abgestorbene Bäume in einer ausgetrockneten Landschaft umgeben von Dünen. Fotografenherz was willst Du mehr? Wir ließen uns ca. 2 Stunden dort aus bevor wir uns auf den Weg zurück zu den Autos machten.

abgestorbene Bäume im Dead Vlei abgestorbene Bäume im Dead Vlei abgestorbener Baum im Dead Vlei abgestorbener Baum im Dead Vlei

Einige Szenen des Films „The Cell“ mit Jennifer Lopez wurden im Dead Vlei gedreht.

Es war inzwischen Mittag, brütend heiß und das Licht zum Fotografieren eher suboptimal. Wir entschieden daher eine Pause einzulegen und genossen die gekühlten Lunchpakete. So mancher legte sich in die  Sonne.

Vögel in der Nähe des Dead Vlei
Wir nutzen die Pause auch um Vögel zu beobachten

Fink in der Nähe des Dead Vlei

Auf dem Rückweg des 4×4 Teilstückes blieb ich plötzlich unerwartet stecken. Selbst der Virradantrieb schaffte es nicht mich aus dem Sand zu befreien und so blieb mir nichts anderes übrig als meine drei Mitfahrer aus dem Auto zu schmeißen. Schieben war angesagt. Ich kam beim Anfeuern aus dem Auto heraus ganz schön ins Schwitzen 😉
Langsam rollte der Wagen vorwärts und ich kam frei. Als ich wieder festen Untergrund unter den Reifen spürte hielt ich an und lief in tiefster Erfurcht meinen Begleitern entgegen.
Christine wartete zusammen mit Ihren Mitfahrern schon auf uns und wäre in der nähsten halben Stunde uns mal entgegen gefahren. Gut zu wissen.

Der Weg zurück brachte uns an die Düne 45. Die höchste Düne der Welt. Christine, Charly, Karo, Jana und ich beschlossen sie zu besteigen. Nicht alle kamen auch oben an. Ok, ich und Christine brachen vorher ab. Der Ausblick von oben war atemberaubend. Und den Sand könnte man so wie er ist in Eieruhren abfüllen.

Düne im Sossusvlei auf einer Düne im Sossusvlei Baum vor einer Düne im Sossusvlei

Der weitere Rückweg brachte uns noch an einigen Dünen vorbei nach Sessriem. Dann wurde es schon wieder dunkel und wir tasteten uns mehr oder weniger zurück zur Ababis-Gästefarm. Es gab wieder Abendessen auf der Veranda. Kudu- und Zebrafilet mit Kartoffelpüree. Um 23.00 Uhr endete nach dem Duschen und Kameraputzen ein wirklich langer Tag.

 

Tag 8 – Namibia – auf zur Küste

Heute stand ein großer Fahrtag an. Und somit genossen wir um 8.00 Uhr noch mal unser ausgiebiges Frühstück. Danach mussten wir natürlich noch Susi fotografieren. Susi ist die zahme Springbockdame des Hauses. Ich glaube ich hatte einen guten Drhat zu Ihr, denn sie verfolgte mich dahin wo ich es wollte. Irgendwann hatten wir genug und packten die Autos.

Schlafzimmer in der Ababis Gästefarm

Springbock
Susi die Springbockdame des Hauses

Nach einem kurzen Tankstopp in Solitair ging die Fahrt über die Buckelpisten weiter. Vorher aber noch schnell ein paar Fotos von diesem 4 Häuser Ort:

Zapfsäule und maroder Oldtimer in Solitaire
Da hilft wohl auch kein Sprit mehr

Löwenkopf in der Tankstelle Solitaire

Wir durchquerten das Gueseb-Gebirge mit Schluchten, Tälern und Pässen. Die Strecke war wieder mal sehr nervig durch das ständige Gerüttel. Irgendwann hörte das Gebirge dann auf und wir waren mitten in der Wüste. Weit und breit nichts. Keine Sträucher, Bäume – einfach nichts. Also auch nichts wo man mal dahinter seine Blase entleeren könnte. Somit blieb nur das Heck des Autos.
Seid euch versichert – auch wenn ihr stundenlang keinem einzigen Auto begegnet – in dem Moment wo man mal pinkeln muss kommt garantiert eins vorbei! Falls ihr also mal eine Reifenpanne habt und niemand zur Hilfe eilt – einfach mal den Wüstenboden bewässern 🙂

Gebirge in Namibia hängende Schuhe in Namibia

Allradfahrzeug in der Namib
Mitten im Nichts

Irgendwann fing dann wieder die Dünenlandschaft an und es wurde windig. Ein eindeutiges Indiz dafür, dass wir uns der Küste näherten.

Warnschild vor Sand in Namibia
gut zu wissen

Kurz vor Walvis Bay machten wir am Straßenrand halt und schossen ein paar Fotos. An der Küsten entlang fuhren wir weiter bis Swakopmund. Dort checkten wir in unserem Hotel „Deutsches Haus“ ein. Es gab sogar deutsches Fernsehprogramm und so konnten wir ein bisschen über Mario Barth lachen.

Schlafzimmer im Deutschen Haus Swakopmund Badezimmer im Deutschen Haus Swakopmund

Wir verabredeten uns alle zu einem Spaziergang durch Swakopmund. Charly und ich entschieden uns die großen Kameras im Zimmer zu lassen und nur unsere Kompaktknipsen mit zu nehmen. Jaja, das war ein Fehler.
Nach nur wenigen Metern trafen wir auf eine Hochzeit und es hätten sich Motive ohne Ende ergeben. Aber auch mit der kleinen habe ich ein paar Fotos geschossen. In der Nähe des Strandes gabs dann gleich noch eine Hochzeit.

Bäckerei in Swakopmund

älteres Brautpaar in Swakopmund
spätes Glück?

Hochzeitsgäste in Swakopmund

In der Brandung sahen wir dann noch einige Delphine auftauchen. Fotografieren ließen sie sich allerdings nicht. Auf unserem Weg zum Abendessen kamen wir noch an Dreharbeiten für einen englischen Zweiteiler vorbei.

Sonnenuntergang in Swakopmund Sonnenuntergang in Swakopmund

Eigentlich wollten wir im „Swakopmund Brauhaus“ speißen, allerdings war da alles voll. Und somit landeten wir in der namibischen Version von „Nordsee“ dem „Ocean Basket“.
Ich bestellte Fish&Chips und erhielt eine ganze Pfanne voll Pommes und einem ganzen frittierten Fischfilet. Total lecker und das für umgerechnet gute 3,- Euro! Danach ging es wieder zurück zum Hotel. Ihr wisst schon – Duschen und Kameraputzen.

Swakopmund wird auch „das südlichste Ostseebad Deutschlands“ genannt. 

Tag 9 – Namibia – Cape Cross

Der zweite Sonntag unserer Reise war eher entspannt. Wir frühstückten um 7.00 Uhr und machten uns um 8.00 Uhr auf den Weg in nördliche Richtung.

einsame Straße an der Küste Namibias

Nach einem erneuten Tankstopp erreichten wir die Einfahrt zu Cape Cross. Einer Robbenkolonie mit hunderrtausenden Tieren. Eigentlich machten wir uns schon auf einen höllischen Gestank gefasst, aufgrund der eher kühlen Temperaturen hielt sich das aber in Grenzen.

Somit konnten wir gelassen unsere Speicher mit Fotos der putzigen Tierchen vollknallen. Unter den Robben lauerten auch manche Schakale Ihre Chance auf ein bisschen Frischfleisch. Leider waren sie auch nach der Geburt einer Robbe erfolgreich. Aber so ist eben das Leben – oder der Tot.

Robben am Cape Cross darunter ein Schakal
vermutlich auf Futtersuche

Robben am Cape Cross Robben am Cape Cross Robben am Cape Cross Robben am Cape Cross

kämpfende Schakale an Cape Cross
Futterneid

Auf dem Rückweg nach Swakopmund hielten wir noch an einem Schiffswrack am Strand. An der Skelettküste gibt es so was wohl öfter zu sehen.

Schiffswrack an der Küste Namibias

In Swakopmund angekommen machten wir halt an einem Supermarkt und kauften wieder Wasser und einige andere Dinge ein.
Danach stellten wir die Autos wieder auf dem abgeschlossenen Hotelparkplatz ab bevor wir uns erneut auf einen Spaziergang machten. Natürlich kauften wir einige Mitbringsel für unsere Daheimgebliebenen ein.

Kind auf Treppe in Swakopmund

Tanzgruppe in Swakopmund
Der Blick war unbezahlbar

Tanzgruppe in Swakopmund

Verkäufer in Swakopmund
und plötzlich ist man auf Jamaika

Unser Abendessen nahmen wir an diesem Tag im Hotel ein. Dafür hatten wir extra einen Tisch reserviert. Laut Radiowerbung hat das „Deutsche Haus“ übrigens die „best Cuisine in Town“. Also ich hatte „Schweinefilet auf Spätzle schwäbischer Art“. Das war so gut wie ich es bisher nirgends außerhalb von Deutschland gegessen hatte. Wirklich total lecker und mit ungefähr 6,- Euro unterbezahlt!

 

Tag 10 – Namibia – wir feiern „Bull´s Party“

Aufstehen um 6.00 Uhr. Frühstücken um 7.00 Uhr. Es heißt Abschied nehmen von der Küstenregion um Swakopmund und so brechen wir wieder auf ins Landesinnere.

Hotel Deutsches Haus in Swakopmund

Schon wenige Kilometer entfernt von der Küste merken wir wie die Temperaturen ansteigen. Es scheint der bisher heißeste Tag zu werden. Geschätzt würde ich sagen ca. 40°C. Leider hatte weder ich noch Christine eine Außentemperaturanzeige im Auto.
Wir kamen der Spitzkoppe (dem Matterhorn Namibias) immer näher. Nur deutlicher wurde sie nicht, denn es war extrem dunstig. Somit beließen wir es bei einigen kurzen Fotos von der Ferne.

Spitzkoppe Namibia
Die Spitzkoppe

Am Straßenrand sahen wir immer wieder einige Stände von Leuten stehen die Kristalle verkaufen wollten. Unser Interesse galt aber mehr ihnen und ihren Kindern als den Sachen die sie verkaufen wollten. So machten wir immer wieder Fotos und bedankten uns mit Kleinigkeiten über die sie sich sehr freuten.

Coladose auf dem Weg

Verkaufsstand mit Kristallen
Verkaufsstand mit Kristallen

freundliches Kind in Namibia Verkäuferin in Namibia Eselgespann in Namibia Kind mit Hund in Namibia

Kurz vor 14.00 Uhr trafen wir bei der gut gesicherten Ameib-Ranch ein. Unser Ausgangspunkt für unser Tagesziel „Bull´s Party“. Leider mussten wir in der Hitze noch ein bisschen auf unsere Zimmer warten. Nach Bezug der gleichen hatten wir ein paar Minuten zum Relaxen.

Schlafzimmer der Ameib Ranch

Badezimmer der Ameib Ranch
Unser Badezimmer in der Ameib Ranch

Danach fuhren wir die 5km weiter ins Erongo Gebirge zu „Bull´s Party“. Erneut eine Gesteinsformation die eher an ein Spielbrett von Riesen erinnert als an ein landschaftliches Naturereignis. Überall gibt es allein stehende Steinkugeln die nur darauf warten in den nächsten 100.000 Jahren umzukippen und ins Rollen zu geraten. Wir warteten das beste Fotolicht ab und genossen die Stille.

Gesteinsformationen bei Bulls Party
Bull´s Party

Gesteinsformationen bei Bulls Party

Das Licht ging und wir auch. Und zwar zurück zur Ranch. Das Abendessen bekamen wir dann auf der großen Veranda gereicht. Auch hier mal wieder Vorspeise – Buffet – Nachspeise. Es gab verschiedene Wildsorten aber auch vegetarische Gerichte. Übrigens ist mir aufgefallen, dass in Namibia zwar überall Coke Light angeboten wird, diese aber meistens ausverkauft ist. Und überhaupt ist sie teurer als die normale Coke.

Wohlgenährt ging es mal wieder in unsere Zimmer zum Duschen und Kameras putzen.

Spinne in der Ameib Ranch
ein ungebetener Gast

 

Tag 11 – Namibia – auf zu den Tieren

Der heutige Tag begann für uns mit dem Frühstück auf der Ranch. Danach wurde gepackt und wir reisten ab. Alles in allem würde ich sagen, dass es auf dieser Ranch irgendwie komisch war. Trotz oder vielleicht auch gerade wegen des Überwachungspersonals fühlten wir uns nicht wohl. Nicht dass irgend etwas vorgefallen wäre, aber wir hatten alle das selbe Gefühl. Naja, war ja nur eine Nacht.

Es ging also weiter durch Usakos (Tankstopp) und Outjo. Hier sahen wir zum ersten mal ein paar Hererofrauen. Auch einige Himba-Frauen saßen am Straßenrand. Einige Kilometer weiter erreichten wir dann endlich das Anderson-Gate am Rande des Etosha-Nationalparks. Wir erhielten unsere Permits und fuhren weiter bis zum Okaukoejo Camp und checkten dort ein.

Anderson-Gate Etosha Park
Das Anderson-Gate

Aussichtsturm in Okaukuejo

Für die erste Nacht in diesem Camp meinte es Christine wohl besonders gut und reservierte zwei „Premier Waterhole Chalets“ direkt am beleuchteten Wasserloch von Okaukuejo.
Diese Chalets bieten jeweils Platz für vier Personen. Und weil es so exclusiv ist habe ich ein paar Foto angehängt:

Premier Waterhole Chalet Okaukuejo
Das Premier Waterhole Chalet von Außen

Erdgeschoss im Chalet Okaukuejo Schlafzimmer im Erdgeschoss im Chalet Okaukuejo

Badezimmer im premier waterhole chalet Okaukuejo
Keine Türen!
Badezimmer im premier waterhole chalet Okaukuejo
Das offene Badezimmer im Chalet
Schlafzimmer im Chalet Okaukuejo
Das, etwas schmale, Bett
Blick aus einem premier waterhole chalet in Okaukuejo auf das Wasserloch
Der Blick aus unserem Chalet zum Wasserloch

Karo und Jana schliefen in unserem Chalet im Erdgeschoss in einem separaten Schlafzimmer mit eigenem Bad. Charly und ich schliefen im ersten Stock. Hier sparten die Häuslebauer allerdings an den Türen für die Dusche und die Toilette. Mag das bei der Dusche ja noch in Ordnung sein, wäre eine für das stille Örtchen aber schon ganz nett gewesen. Aber gut – es war halt sehr exclusiv. Zudem war unser Bett diesmal schmaler als sonst. Also nicht, dass ich Charly nicht mag, aber so intim wollte ich dann doch nicht unbedingt mit ihm werden. Das ganze entspannte sich aber am Abend noch, dazu später mehr.

Nachdem wir also unsere Zimmer bezogen hatten, machten wir uns auch schon auf den ersten Erkundungstrip in den Etosha-Park. Eine kleine Rundfahrt an diversen Wasserlöchern vorbei. Dabei trafen wir auf Giraffen, Zebras, Gnus, ein Nashorn, diverse Böcke, Oryx und drei Löwen. Diese Löwen sollten leider die einzigen bleiben die wir auf unserer Reise sahen.

Springbock

Oryx Antilope
Oryx Antilope

Springbock

Giraffe an einem Wasserloch, Etosha Park
Sieht echt nicht bequem aus

Löwe im Etosha Park Giraffen im Sonnenuntergang im Etosha Park

Gerade rechtzeitig bevor das Tor schloss erreichten wir wieder das Camp. Wir fuhren zu unseren Chalets und machten uns kurz fürs Abendessen frisch. Den Tisch hatten wir für 20.00 Uhr reserviert. Das schöne war, dass für Gäste der „Premier Waterhole Chalets“ das Abendessen bereits inkludiert war. Somit genossen wir das Buffet mit Oryx-, Springbock- und Rindersteaks. Eine musikalische Gruppe junger Afrikaner sorgte für ein Kurzweil beim Abendessen. Leider nur die ersten 10 Minuten  unseres Aufenthaltes beim Essen. Danach waren sie schon wieder verschwunden. Das Essen war lecker und lies uns wieder etwas entspannen.

Gesangsgruppe in Okaukuejo

Wir trafen uns zum Ausklang noch am beleuchteten Wasserloch und schauten dem Treiben dort zu. Es stand gerade ein einsames Nashorn rum. Dann gesellten sich noch einige Giraffen dazu.

Nashorn bei Nacht am Wasserloch Okaukuejo

Nashorn bei Nacht am Wasserloch Okaukuejo
Die Färbung kommt durch die Halogenstrahler

Aufgrund der offenen Dusche entschloss ich mich als erster zurück ins Zimmer zu ghen um noch ungestört zu duschen. Mein Plan ging auf und ich wurde von niemanden überrascht. Danach putzte ich meine Kamera.
Als Charly kam war es ihm viel zu warm im Zimmer. Und so entschloss er sich auf dem Balkon zu übernachten. Moskitos haben wir keine entdeckt und somit stellte es auch kein Problem dar. Jetzt war das Bett auch gar nicht mehr so schmal.

 

Tag 12 – Namibia – Tiere, Tiere, Tiere

Zum Sonnenaufgang trafen wir uns wieder am Wasserloch. Giraffen, Elefanten und Zebras gaben sich dort die Klinke in die Hand. Sehr beeindruckend.

Zebras und Oryx-Antilopen am Okaukuejo Wasserloch
Zebras und Oryx-Antilopen am Okaukuejo Wasserloch

Zebras am Okaukuejo Wasserloch Ein Springbock am Okaukuejo Wasserloch Elefanten im Anmarsch auf das Wasserloch Elefanten im Anmarsch auf das Wasserloch

Bevor wir in die Weiten des Parkes aufbrachen gab es natürlich noch Frühstück und einen Stopp im Souveniershop.

Frisch gestärkt und um einige Dollar leichter führte uns unser Weg vorbei an einigen Wasserlöchern und dem Etosha-Lookout bis zum Camp Halali. Ursprünglich hatte Christine vor uns dort die zweite Nacht einzumieten. Im Nachhinein sind wir aber froh, dass sie das nicht gemacht hat. Okaukuejo ist unserer Meinung nach eindeutig schöner. Das Wasserloch in Halali war absolut unbesucht.

Auf unserer Entdeckungsfahrt sahen wir aber wieder jede Menge Tiere und hielten das natürlich in Fotos fest.

Ein Kudu in einem Wasserloch im Etosha Park
Kudus erkennt man gut an den gedrehten Hörnern

spielende junge Elefanten

aufgescheuchte Tiere am Wasserloch im Etosha Park
Was für ne Aufregung

Grifaffe im Etosha-Park Elefanten im Etosha-Park Elefanten im Etosha-Park

Heute waren wir ein paar Minuten früher am Tor um unsere Schlüssel für die neuen Zimmer abzuholen. Diese Zimmer waren zwar um einiges kleiner, naja ungefähr so als wenn man von einem Einfamilienhaus in einen Schuhkarton umzieht, aber dafür hatten sie eine Tür zum Bad. Das ist der wahre Luxus.

Badezimmer in Okaukuejo
Das Badezimmer mit Tür
Zimmer in Okaukuejo
Die zweite Nacht war räumlich eingeschränkter

Nach dem Abendessen war für mich Schluss. Ich war einfach zu müde.

 

Tag 13 – Namibia – auf nach Okahandja

Wir trafen uns erneut zum Sonnenaufgang am Wasserloch. Dort tümmelten sich wieder Zebras, Elefanten, Kudus und andere Tiere.

Ich ging etwas abseits und fotografierte Schakale die sich stritten.
Als ich irgendwann mal alleine auf einer Bank saß, kam ein rießiger Elefant auf mich zu und sah mir in die Augen. Voller Ehrfurcht wusste ich gar nicht recht was ich machen sollte. Nur ein paar „Nahaufnahmen“ vom Auge blieben mir übrig bevor eine Meute Touris mit ihren Knipsen den armen Elefanten quasi erlegten. Er ergriff sofort die Flucht.

Elefant am Wasserloch in Okaukuejo
Mal lässig den Rüssel hängen lassen

Zebras am Wasserloch in Okaukuejo Zankende Schakale

Auge eines Elefanten
Im Blick des Elefanten

Danach gings mal wieder zum Frühstücksbuffet und anschließend Getränke kaufen. Wir verabschiedeten uns von Okaukuejo und dem Etosha-Park und hatten zum Abschluss noch mal einen Zebrastreifen vor uns.

In Outjo hielten wir gegenüber von den Himba-Frauen an um evtl. etwas bei ihnen zu kaufen. Kaum ausgestiegen „überfielen“ uns aber schon die fliegenden Händler mit ihren geschnitzten Kastanien und auch die Himbas kamen auf uns zu. Sie wollten pro geschossenem Foto sofort 10,- Dollar. Zudem zerrten sie jeden an den Händen zu ihrem Schmuck den sie unbedingt verkaufen wollten. Irgendwie war uns die Situation unangenehm und auch nervig.

Himba-Kind

Himbafrau mit Kind in Outjo
eine der Himbafrauen mit Kind in Outjo

Wir ergriffen also die Flucht und setzten unsere Fahrt , durch einen Tankstopp in Otjiwarongo unterbrochen, weiter bis Okahandja fort. Dort in der Okahandja Lodge angekommen waren wir erstmal sehr positiv überrascht. Das erste Hotel mit richtigem Rasen.

Okahandja Lodge
viel Grün
Okahandja Lodge
Die Okahandja Lodge
Schlafzimmer Okahandja Lodge
Unser Schlafzimmer in der Okahandja Lodge

Badezimmer Okahandja Lodge Dusche in der Okahandja Lodge

Wir machten es uns in unserem Zimmern bequem und fuhren dann noch mal auf den bekannten Schnitzermarkt. Diverse Fritz, Alfreds und Antons boten dort ihre Schnitzereien feil. Wirklich sehr schöne Sachen, aber manche doch ziemlich sperrig zum Transportieren.

Schnitzermarkt in Okahandja
Der Schnitzermarkt in Okahandja

Mutter mit ihrem Kind in Okahandja

Schnitzereien in Okahandja
Schnitzereien in Okahandja

 

Tag 14 – Namibia – die Abreise

Unser Abreisetag war eher unspektakulär.
Aufstehen um 7.45 Uhr. Danach ging es zum ausgiebigen Frühstück und anschließend packten wir die Koffer. Nachdem wir ausgecheckt hatten und unser Gepäck im Auto verstaut hatten, genossen wir noch zwei Stunden die Annehmlichkeiten der schönen Unterkunft.

Unser Weg brachte uns an so manchen fotogenen Motiven vorbei bis Windhoek. Dort tankten wir die Wagen ein letztes mal auf bevor wir uns auf die letzten 47 km bis zum Flughafen machten.

Frau in einem Verkaufsstand an der Straße Frau unter einem Baum

Dort angekommen gaben wir erstmal die Autos ab. Dass ich zwischenzeitlich ein Nummernschild verloren und das andere mit Paketklebeband an der Heckscheibe festgemacht hatte, störte nicht. Überhaupt war die Abwicklung sehr einfach. Christine „reportete“ ihren geplatzten Reifen am Schalter.

Nissan Hardbody ohne Nummernschild
Bei Abholung sah er noch besser aus

Nissan Hardbody mit angeklebtem Nummernschild

Wir gingen dann in die Abflughalle und warteten bis wir einchecken konnten. Danach hieß es nochmal ein bisschen warten. Ich warf diesmal die Reisetablette schon recht bald ein. Es war schon gut, dass da noch meine Reisegenossen bei mir saßen. Ich glaube ich hätte sonst den Flug verpasst. Aber so hat alles geklappt und ich bekam diesmal einen Fensterplatz. Was mir allerdings ziemlich egal war, da ich wirklich wieder gut schlafen konnte.

Flugzeug bei Abendlicht auf dem Flughafen Windhoek
Unser Flugzeug kurz vor dem Rückflug

In Frankfurt landeten wir so gegen 6.00 Uhr und unser erster Eindruck war „kalt“. Nach ca 35°C landeten wir bei gefühlten -30°C. Aber so ist das halt nach einem schönen Urlaub. Die Einreiseformalitäten waren ruckzuck und ohne Probleme überstanden.

Nach und nach wurde unsere Gruppe kleiner, da die Züge unterschiedlich abfuhren. Christine und ich waren die letzten gegen halb neun. Wir bekamen diesmal auf Anhieb gute Sitzplätze in den Zügen und waren dann auch recht schnell zuhause.

Am Bahnsteig wurde ich schon von meinen vier Mädels erwartet. Und zu meiner Überraschung lernte meine kleine Emma in den vergangenen zwei Wochen zu Laufen.

Telefonbuch Namibia
Das ist das komplette Telefonbuch Namibias

 

2 Kommentare

  1. Kommentar von HOH zu meinem ursprünglichen Bericht:
    Wow! Ich bin R-E-S-T-L-O-S begeistert! WAS für ein toller Bericht, tolle Schreibe und sehr geniale Bilder! Ich muss da auch mal hin! Fahrt ihr immer in dieser Konstellation oder ergibt sich das jedes Mal auf´s neue? Und wie teuer war die Reise an sich würde mich mal interessieren!? In der statistik steht ja alles wichtige, aber halt nicht der generelle Preis…?!

    • Hallo HOH,
      vielen Dank für die Komplimente. Die Reisegruppe hatte bisher meistens einen festen Kern aber es waren auch immer ein paar neue Leute dabei. Sind bzw. waren immer Fotoreisen. Namibia kam damals auf ca. 3000,- Euro. Es ist wirklich schön zu bereisen

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